Nachhaltigkeit

Wer heute Textilien und Bekleidung herstellt oder sie beispielsweise im Textil Service zum Gebrauch vermietet, ist gefordert, die Grundsätze nachhaltigen Wirtschaftens umzusetzen. Eine ganzheitliche Bewertung der Unternehmensabläufe ist erforderlich.

Life Cycle Assessment, kurz LCA, ist die englische Bezeichnung für diese Lebenszyklusanalyse oder veraltet „Ökobilanz“.

Die Entwicklung dieser umfassenden Produktbewertungen auf der Grundlage ihrer Umweltauswirkungen wird heute von der EU und vom deutschen Gesetzgeber systematisch vorangetrieben. Es ist zu erwarten, dass das LCA-Konzept in den nächsten Jahren bei der Herstellung und professionellen Verwendung von Textilien und Bekleidung gesetzlich geregelt wird.

 

Ursprung und Bedeutung nachhaltigen Handelns

Nachhaltigkeit ist keine Erfindung der Neuzeit. Bis ins 15. Jahrhundert zurück sind diese ursprünglichen Gedanken belegt. In Urkunden des frühen 18. Jahrhunderts finden sich Belege einer Wirtschaftsweise, die auf kommende Generationen Rücksicht nimmt.

Die drei elementaren Dimensionen der Nachhaltigkeit sind die Umwelt, die Ökonomie und die Sozialverträglichkeit. Nachhaltigkeit ist ein Begriff, der aus der Forstwirtschaft stammt und darauf abzielte, dass Wälder nicht mehr ausgebeutet, sondern die Holzvorräte eines Forstbetriebs möglichst gleichmäßig aufgebaut und erhalten werden sollten. In Summe sollte nicht mehr Holz geerntet werden, als auf der Betriebsfläche jährlich wächst.

 

Glaubwürdigkeit ist gefordert

Nachhaltigkeit ist eines der gesellschaftlichen Megathemen unserer Zeit und eines der am meisten benutzten Schlagworte in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Textil- und Bekleidungsindustrie steht unter scharfer Beobachtung. Soziale Missstände bei der Produktion, verunreinigte, schadstoffhaltige Textilien, Umweltschäden durch Pestizide und monokulturellen Anbau, sind die Gründe.
Kunden und Verbraucher wollen von Herstellern mit Blick auf den Schutz von Mensch und Umwelt glaubwürdige Taten sehen. Durch die Katastrophen der vergangenen Jahre in der Dritten Welt und die Skandale in der westlichen Welt haben Fragen nach der Glaubwürdigkeit unternehmerischen Handelns eine noch größere Bedeutung erlangt. „Green washing“, Scheinlösungen, Fehlende Transparenz, Kostenverlagerungen, soziale Ungleichgewichte, das Wirtschaften zu Lasten der Natur und kommender Generationen werden nicht mehr akzeptiert.

Verantwortungsbewusste Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie haben erkannt, dass sie zum Schutz von Kunden, Mitarbeitern und Umwelt konsequent handeln und wirksame Maßnahmen zum Erhalt der Ressourcen ergreifen müssen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Sie stellen sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und weisen nach, dass ihre Produkte nachhaltig, sozial- und umweltverträglich sind.

 

Höhere Wertschöpfung erforderlich

Die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit und die umfassende Anwendung auf alle Wirtschaftsbereiche ist erklärtes Ziel der EU. Beim Konzept der LCA geht es nicht um beliebige Einschätzungen sondern um eine Gesamtbilanz mit dem Ziel, kommenden Generationen eine gesunde Lebensbasis zu erhalten. Eine solche Gesamtbilanz enthält alle Faktoren einer ökonomischen, umweltgerechten und sozialverträglichen Produktion und Anwendung.

Wegweisende Unternehmen, zu denen die Mitglieder von MaxTex gehören, haben den Megatrend Nachhaltigkeit bereits verinnerlicht. Sie verfolgen das Ziel einer „cradle-to-cradle“, zu deutsch einer „Wiege-zur-Wiege“ oder „Produkt-zu-Produkt-Herstellung“. Aufgrund der Komplexität geschieht dies recht langsam, jedoch steigt die Zahl der Textil- und Bekleidungshersteller, die nachhaltige Textilien anbieten, stetig. Neue Produkte müssen einerseits bestmögliche Ausgangsmaterialien enthalten, andererseits das Potential zu einer vollständigen, hochwertigen Verwertung besitzen. Nachfolgendes Recycling muss das Ziel haben, in höherwertige Produkte zu münden (up-cycling).
Ziel und Aufgabe von MaxTex ist es, diesen Prozess aktiv zu unterstützen und durch seine Mitglieder eine Vorreiterrolle auszuüben.

 

Zertifikate und Labels sind wichtig und von großer Bedeutung

Die Verwendung von Zertifikaten und Labels ist nahezu unumgänglich. Seit Jahren

ist eine stetige Zunahme an Zertifikaten zu beobachten, nicht alle sind jedoch hinsichtlich Umfang, Transparenz und Nachprüfbarkeit brauchbar. Trotz berechtigter Kritik an dem einen oder anderen Standard, ist es grundsätzlich der richtige Weg, um nachhaltiges Handeln erkennbar und begreifbar zu machen.

 

MaxTex hilft seinen Mitgliedern, die richtigen Zertifikate auszuwählen, einzuführen und umzusetzen. Als Nachweis für ein sozial handelndes und umweltverträgliches Unternehmens sind für Hersteller eigene (überprüfbare) Verpflichtungserklärungen (Code of Conduct), die Mitwirkung beim UN-Global-Compact oder der Nachweis einer Zertifizierung nach DIN/ISO 26000 unabdingbar. Als Nachweis einwandfreier Produktion ist es für Textil- und Bekleidungshersteller empfehlenswert, sich mit den von MaxTex empfohlenen Zertifikaten und Labels von FairTrade, FairWear, Blue Sign, GOTS, GRS/SCS und Steps oder der Cradle-to-Cradle-Zertifizierung zu befassen. Dies in unterschiedlicher Gewichtung, je nachdem an welcher Stelle der Wertschöpfungskette ein Unternehmen angesiedelt ist.

Vereinigung MaxTex

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